Montblanc Federmanufaktur

Ich war zu Gast bei Montblanc in Hamburg und durfte hinter die Kulissen und die Geschichte des Traditionshauses blicken. Schon oft habe ich mich gefragt, was hinter den Türen der zwei Montblanc-Boutiquen am Neuen Wall steckt. Voller Vorfreude und Begeisterung kann ich euch jetzt von meinem Besuch bei Montblanc berichten.

12. Mai 2016. Ich nähere mich meinem Ziel im Hellgrundweg 100. Zwei große Gebäude stechen mir ins Auge. Auf dem halbrunden Dach des Treppenhauses ist das Montblanc-Logo zu erkennen. Nachdem ich den Check-In erfolgreich überstanden habe, geht es für mich draußen entlang riesiger Einkaufstüten mit verschiedenen Motiven. Spätestens auf der Treppe des Hauptgebäudes mit dem goldenen Schriftzug „Montblanc Haus“ wird mir klar, dass ich hier richtig bin. In der Eingangshalle habe ich mich mit der lieben Elena verabredet. Nicht nur außerhalb der Gebäude stößt man auf das ein oder andere Kunstwerk, sondern auch in den Gebäuden vergeht so gut wie kein Raum ohne Kunstwerke. Beim genauen Hinsehen kann man bei jedem Kunstwerk das sorgfältig eingearbeitete Montblanc-Logo erkennen. Zu dem Montblanc-Logo lässt sich sagen, dass das Logo den Berggipfel des Mont Blanc und seine sechs Gletscher symbolisiert. Es zeichnet sich durch den enormen Wiedererkennungswert aus, der sich durch meine Beobachtung an dem halbrunden Dach bestätigt hat. Ein Kunstwerk in dem Hauptgebäude hat es mir besonders angetan: Zu erkennen sind pinke Neon-Röhren, durch die der Schriftzug: „My Mother received a Montblanc pen on her twenty first birthday“ erleuchtet wird.

Kunst wurde beim Montblanc schon seit vielen Jahren ganz groß geschrieben. Die Kulturstiftung Montblanc Cultural Foundation unterstützt junge Künstler und zeichnet diese mit dem Young Directors Award, dem PRIX Montblanc oder dem Montblanc de la Culture Arts Patronage Award aus.

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„Der Berg Mont Blanc und seine sechs Gletscher“

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„My Mother received a Montblanc pen on her twenty first birthday“

Von dem Hauptgebäude gehe ich weiter zum Nachbargebäude, wo sich unter anderem die Federmanufaktur befindet.

In der Federmanufaktur durfte ich mir die Arbeitsprozesse der Handwerkskunst anschauen. Hier wurde mir die Leidenschaft für Design und der hohe Anspruch an Qualität deutlich. Es ist wichtig zu sagen, dass alle Montblanc-Schreibgeräte bei Montblanc in Hamburg hergestellt werden, sowie alle einzelnen Bestandteile. Beim Eintreten in die Manufaktur fällt mir eine angenehme Ruhe auf. Alles ist hell und sauber. Mir kommen freundliche Mitarbeiter entgegen, die mich beim vorbeigehen nett begrüßen. Man möchte sich am liebsten neben die Mitarbeiter setzen und ihnen stundenlang zuschauen.

Ich war sehr überrascht, wie viele Arbeitsprozesse für das fertige Montblanc-Schreibgerät benötigt werden. Es werden bis zu vier Wochen für ein Schreibgerät gebraucht und gute Seh- und Fachkenntnisse der Mitarbeiter benötigt. Wer denkt, dass jeder Mitarbeiter jeden Tag den gleichen Arbeitsablauf hat, der hat sich getäuscht. Die Mitarbeiter haben die Möglichkeit, jeden einzelnen Arbeitsprozess zu erlernen und durchzuführen.

Der erste Schritt zur Schreibfeder beginnt mit Goldbändern, von denen kleine Streifen gewalzt werden. Danach wird die Federplatine ausgeschnitten, was man an dem typischen Herzloch erkennen kann. Weiter geht’s. Wenn man das Wort Laser hört, denkt man immer direkt an den Film Star Wars. In der Federmanufaktur hat mir keiner mit Laserschwertern im Gesicht rumgefuchtelt, sondern ein spezieller Laser graviert unter anderem die Ziffern“4810″, das Montblanc-Logo und die Karatzahl. Für die Neugierigen, die bei „4810“ nur rätseln: Bei der Gravur „4810“ handelt es sich um die Höhe des Berges Mont Blanc. Hydraulische Pressen sorgen für das Stempeldesign. Anschließend wird die Federplatine in ihre typische Form gebracht. Damit an der Spitze beide Federteile parallel sind, wird nochmal mit einem speziellen Gerät nachgeholfen. Jeder Arbeitsschritt wird durch spezielle Lupen kontrolliert, da es um Millimeter geht! Jedem Kunden soll die gleiche Qualität garantiert werden! Weiter geht es mit dem Schreibpunkt: Durch sorgfältiges Schweißen mit einer Maschine wird der Schreibpunkt an die Federspitze geschweißt, der nicht wie wahrscheinlich gedacht aus Gold besteht, sondern aus Iridium. Da der Schreibpunkt dem größten Druck ausgesetzt ist, muss dieser sehr hart sein, damit sich der Schreibpunkt nicht abnutzt. Weiter geht es mit dem Schneiden und Schleifen der Feder in präziser Handarbeit. Im nächsten Schritt wird die Goldfeder poliert. Nun wird die Goldfeder mit der Chemiekalie Rhodium beschichtet. Abschließend wird die fertige Goldfeder an einem sogenannten „Federaggregats“ montiert.

In der hinteren Abteilung der Federmanufaktur werden die Federn auf ihre Qualität überprüft. Aus verschiedenen Winkeln werden zum Beispiel mehrere Achten auf ein Papier geschrieben, damit die Feder aus jeder möglichen Position getestet wird.

Hier sind ein paar Impressionen aus der Federmanufaktur:

nib_02.jpgnib_03.jpgnib_04.jpgGUI_6114nib_05.jpgnib_07.jpgnib_12.jpgnib_10.jpgnib_27.jpgnib_33.jpgmb532650_craftsmen_feder_spanner_rgb.jpgGUI_6846GUI_6279GUI_6703